Presseberichte August 2010
Satellit fĂĽhrt durch die Stadt
Trendsport Gymnasiasten organisieren Schnitzeljagd zum Thema Brake
27. August 2010, Nordwest-Zeitung, Olga Katzendorn
Geocaching ist eine moderne Form der Schatzsuche. 14 SchĂĽler werden dafĂĽr ein eigenes Konzept entwickeln.
BRAKE - Das Projekt „Communauten“ ist am Donnerstag offiziell im Schiffahrtsmuseum gestartet worden. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Arbeitsgemeinschaft (AG) am Gymnasium Brake, die im Schuljahr 2010/2011 zum ersten Mal angeboten wird. Hierbei lernen Schüler die Grundlagen des Geocaching kennen. Bei ihrem Besuch im Museum wurden die Schüler von ihrer Lehrerin Hanna Gloy-stein, der Projektleiterin Barbara Müller, dem Schulassistenten Jochen Schierloh und der Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch begleitet.
Zum Einstieg bekamen die Nachwuchs-Geocacher spezielle Buttons, mit denen sie nun jederzeit das Museum besichtigen dürfen. Nach einer Führung durch den Bereich Navigations im Museum, bekamen sie die Koordinaten eines „Schatzes“ – und eine Schnitzeljagd nahm ihren Lauf. Ausgerüstet mit einem GPS-Gerät, machten sich die Schüler auf die Suche nach Schätzen, die Unbekannte an ungewöhnlichen Plätzen versteckt hat.
Ins Leben gerufen und unterstützt wurde das Projekt von der Stiftung Niedersachsen. Unter Leitung der Kunstschule im Packhaus sollen die „Communauten“ eine GPS-gestützte Schnitzeljagd zu verschiedenen historischen Orten in Brake und Umgebung konzipieren und erstellen.
Das Projekt wird in enger Kooperation mit dem Gymnasium Brake, dem Schiffahrtsmuseum, der städtischen Jugendarbeit sowie dem Verein Brake Tourismus und Marketing und außerdem mit Bürgern der Stadt durchgeführt.
„Das Ziel ist, mit Hilfe kreativer Fragestellungen und einfallsreicher Lösungen die Fantasie der Jugendlichen anzusprechen, die Geschichte ihres Heimatortes zu verstehen und schätzen zu lernen, Medien- und Vermittlungskompetenz zu entwickeln und sich mit anderen über die eigene Stadt auszutauschen“, erklärt Jochen Schierloh.
Nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene sollen das neue Hobby ausprobieren können. Besonders für Touristen ist es eine gute Gelegenheit, viel über die Stadt Brake zu erfahren.
Sie ist im Tourismus zu Hause
Ausbildung Svea Hanssen lernt Kauffrau – Beratung im Infopavillon
20. August 2010, Nordwest-Zeitung, Olga Katzendorn
Von Wangerooge ist die 19-Jährige in die Wesermarsch gekommen. Schon vor der Ausbildung war sie im Tourismusbereich tätig.
BRAKE - Für ihre Ausbildung hat Svea Hanssen im wahrsten Sinne des Wortes einen großen Schritt gewagt: Sie ist von der Insel Wangerooge nach Brake gekommen. „Am Anfang war das etwas ungewohnt, aber ich wurde sehr herzlich von meinen Kolleginnen und Kollegen aufgenommen und habe schnell neue Kontakte geknüpft“, erzählt die 19-Jährige.
Bereits auf der Insel Wangerooge hatte die angehende Kauffrau für Tourismus und Freizeit neben der Schule mehrere Nebenjobs gemacht und dadurch Erfahrungen in vielen Bereichen gesammelt. „Alles, was ich gemacht habe, hatte was mit Tourismus zu tun. Die Insel lebt schließlich davon“, erzählt Svea. Der Tourismus gehörte also immer schon zu ihrem Leben dazu, so war es nur folgerichtig, nach dem Abitur auch einen Beruf in diesem Bereich zu ergreifen – mit der Ausbildung beim Verein Brake Tourismus und Marketing.
Mit ihrer freundlichen Art berät sie nun die Besucher des Infopavillons an der Kaje, vermittelt Zimmer und stellt Informationsmaterial zusammen. Montags und freitags besucht Svea das Berufsbildungszentrum für Wirtschaft, Recht und Verwaltung in Wechloy; hier wird die Theorie über ihren Beruf vermittelt. An den drei anderen Tagen der Arbeitswoche ist sie im Infopavillon tätig. An jeweils einem Tag davon hat sie „Counterdienst“. Svea: „Diesen Dienst macht jeder von uns abwechselnd. Dabei sitzt eine Person am Schalter und berät eintreffende Menschen oder verkauft ihnen Fahrkarten“. Wenn sie „Counterdienst“ hat, dann muss sie bis 19 Uhr arbeiten, an allen anderen Tagen ist um 17 Uhr Feierabend, berichtet die 19-Jährige.
Anfang des Monats hat ihre (dreijährige) Ausbildung begonnen, inzwischen hat die junge Frau auch eine Wohnung in Brake gefunden. „Leider kenne ich mich hier noch nicht so gut aus. Aber ich lese mir immer allerlei Prospekte durch und versuche etwas dazu zu lernen“, betont Svea. Um ihre Kunden beraten zu können müsse sie schließlich wissen, wovon sie spricht. Die Ortskenntnis und Erfahrung seien neben der Kommunikationsfähigkeit wichtigste Voraussetzungen für diesen Beruf. Unterstützung bekommt sie stets durch die Kolleginnen. Und im nächsten Monat ist eine gemeinsame Betriebsfahrradtour durch Brake geplant. „So kann Svea die Umgebung noch besser kennen lernen und sehen, was die Stadt Brake zu bieten hat“, sagt Ute Kikker, die beim BrakeVerein für den Bereich Stadtmarketing zuständig ist.
Eine genaue Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft hat Svea zwar noch nicht. Aber sie ist sicher, dass sie nach der Ausbildung wieder auf die Insel Wangerooge zurĂĽckkehren will, um dort weiter im Tourismusbereich zu arbeiten.
Zwei Städte wollen „ab in die Mitte“
Wettbewerb Brake und Nordenham machen bei City-Offensive gemeinsame Sache
11. August 2010, Nordwest-Zeitung, Detlef GlĂĽckselig
Die Weser als verbindendes Element ist das zentrale Thema des Projekts. Die Ortszentren sollen neue Impulse erhalten.
BRAKE - Brake will wieder „ab in die Mitte“ – diesmal im Schulterschluss mit Nordenham. „1 Fluss/Stadt 2“ ist der Arbeitstitel des Projekts, mit dem sich die beiden Städte gemeinsam für die niedersächsische City-Offensive bewerben wollen.
Brake gehörte zwei Mal zu den Preisträgern von „Ab in die Mitte“, nämlich 2005 und 2006. Nordenham war sogar schon vier Mal erfolgreich – in den Jahren 2005 und 2006 sowie 2008 und 2009. Eine Premiere ist indes, dass sich die beiden Städte bei dem Wettbewerb, dessen Ziel eine nachhaltige Stärkung der Innenstädte ist, mit einem gemeinsamen Projekt bewerben. Den Antrag – 16 Seiten stark – haben Brake Tourismus & Marketing sowie Nordenham Marketing & Touristik formuliert. Jetzt müssen noch die Bürgermeister der beiden Städte zustimmen, dann kann die Bewerbung auf die Reise gehen. Einsendeschluss ist der 14. Oktober.
Die Weser ist das verbindende Element zwischen Brake und Nordenham. Und genau darum geht es auch in dem „Ab in die Mitte“-Projekt. Das Konzept sieht zahlreiche Veranstaltungen vor, die im August und September 2011 stattfinden sollen. Die Liste reicht von einem Enten-Rennen auf der Weser bis hin zu einem Weser-Taler, der für eine Weile in den Braker und Nordenhamer Geschäften als Zahlungsmittel gelten soll.
Weitere Ideen sind ein Bi- oder gar Triathlon zwischen den beiden Städten, der den Titel „Weser-Man“ tragen soll, sowie ein Städtewettbewerb „zu Lande, zu Wasser und in der Luft“. In Brake könnte der Binnenhafen ein Austragungsort sein. Unter dem Titel „Unsichtbare Flüsse“ sollen frühere Seitenarme der Weser illuminiert und damit wieder sichtbar gemacht werden. Ein Foto-Wettbewerb, Open-Air-Kino und Wassergärten in den Innenstädten runden das umfangreiche Programm ab.
Durch all diese Aktivitäten sollen die Ortszentren Brakes und Nordenhams neue Impulse erhalten und die beiden Städte in ihren Bemühungen um Marketing und Tourismus enger zusammenwachsen.
Streicher setzen das i-TĂĽpfelchen
Open-Air Ray Wilson beschert seinen Braker Fans ein Konzerterlebnis der besonderen Art
2. August 2010, Nordwest-Zeitung, Detlef GlĂĽckselig
Ăśber 1200 Zuschauer waren zum Binnenhafen gekommen. Sie erlebten eine tolle Band mit einem Frontmann der Extraklasse.
BRAKE - Mehr als eine Gitarre braucht er eigentlich nicht. Ihr entlockt Ray Wilson wunderbare Klänge. Und wenn er dazu ein Lied singt, dann singt er nicht nur. Dann durchlebt, durchlacht, durchleidet er den Song. Das sieht man seinen Gesten an. Und das Ergebnis ist großartige Musik.
Zu einem besonderen Erlebnis wird diese Musik, wenn Ray Wilson mit groĂźem Besteck anreist. Eben das war am Freitagabend im Braker Binnenhafen der Fall. Ăśber 1200 Fans wollten sich das nicht entgehen lassen. Und sie erlebten einen Konzertabend, bei dem von der maritimen Kulisse bis zu den Leistungen der Musiker, die das auf der BĂĽhne standen, alles stimmte.
Ray Wilson war für ein Album, das 1997 erschienene „Calling all Stations“, Sänger von Genesis. „Genesis Klassik“ hieß dann auch das Programm, mit dem er in Brake zu Gast war. Für das „Klassik“ standen drei Violonistinnen und ein Cellist des Berlin Symphony Ensembles, und die ergänzten Wilson bestens aufgelegte Band perfekt.
In dieser großen Besetzung ging alles. „The Carpet Crawlers“ vom 74er-Genesis-Album „The Lamb lies down on Broadway“, von dem die Band zur Freude aller Genesis-Fans im Publikum auch das Titelstück spielte, begann zart, fast fragil, und steigerte sich dann traumhaft. Titel wie „I can’t dance“ und „Jesus he knows me“ aus der Genesis-Spätphase kamen schnörkellos rockig daher. Bei „Shipwrecked“, Ray Wilsons Favorit vom „Calling all Stations“-Album, ließ er sich nur vom Cello begleiten. Wunderschön.
Seinen Hut vor den Solo-Erfolgen der Genesis-Mitglieder zog Wilson, indem er unter anderem Phil Collins` „Another Day in Paradise“ (viel besser als das Original) und das unvermeidliche „Solsbury Hill“ von Peter Gabriel im Programm hatte.
Unvermeidlich ist auch „Change“, ein Titel von seinem gleichnamigen zweiten Soloalbum, den Ray Wilson in einer schwierigen Lebensphase schreib. Die sei inzwischen aber längst vorbei, versicherte er dem Publikum, das zwischen aufmerksamen Lauschen und begeistertem Mitsingen changierte.
Nebenbei erfuhren die Zuschauer, welcher Titel für Genesis der wichtigste in ihrer Karriere war. Selbst der größte Fan wäre wohl nicht drauf gekommen. Es war „Follow you follow me“. Ray Wilsons augenzwinkernde Begründung: Nach diesem Stück seien erstmals auch Frauen in die Konzerte gekommen; das habe das Sexualleben der Bandmitglieder entscheidend nach vorne gebracht.
Sprach’s, spielte den Titel und entließ das restlos begeisterte Publikum mit „Inside“, dem Hit seiner Grunge-Band Siltskin, den die Band als letzte Zugabe rockte, in die laue Brake Nacht.
Buntes Treiben direkt an der Hafenkante
Binnenhafenfest Drei Veranstaltungstage mit unterschiedlichen Schwerpunkten locken Besucher an
2. August 2010, Nordwest-Zeitung, Robert Mitschke
Ein abwechslungsreiches Programm boten die drei maritimen Festtage: Das Binnenhafenfest und der verkaufsoffene Sonntag erwiesen sich als Publikumsmagneten.
BRAKE - Mit Großveranstaltungen den Nerv des Publikums zu treffen, ist mit Sicherheit keine einfache Aufgabe. Geht man nach den Mienen der Besucher, die von Freitag bis Sonntag in Brake in die Innenstadt und vor allem an den Binnenhafen strömten, scheint es den Organisatoren des Binnenhafenfests aber gelungen zu sein.
Mit dem Konzert von Ray Wilson mit dem Berlin Symphony Ensemble (Bericht auf Seite 30) und dem groĂźen ISSA-Shantyfestival (Bericht auf Seite 31) sowie natĂĽrlich Heiner, dem Rockmusiker fĂĽr Kinder, war fĂĽr alle Generationen und Vorlieben ein musikalische Highlight dabei.
Besonders Wilson und die Shanties fügten sich wunderbar ins maritime Flair des Festgeländes am Binnenhafen ein, das mit den Traditionsschiffen an den Kaimauern und vielen bunt geschmückten Attraktionen wirklich eine Augenweide war.
„Leben ist Meer!“, sagte so auch Brakes Bürgermeister Roland Schiefke in seiner Begrüßung, wobei er es bei seiner Wortspielerei ausdrücklich den Zuhörern überließ, dies als „Meer“ oder „mehr“ zu verstehen. Mehr als das, was die Festtage den Besuchern boten, hätten diese sich aber ohnehin kaum wünschen können. Denn offenbar lässt sich auch ein Wettergott von guter Organisation und einem vielfältigen und abwechslungsreichen Programm überzeugen - So stellte sich pünktlich zum verkaufsoffenen Sonntag hübsches Flanierwetter ein, das sich nur wenige Wolken zu stören trauten.
Einige Attraktionen, wie beispielsweise eine Kran-Gondelfahrt in luftige Höhen sowie ein buntes Programm, waren schließlich auch gute Gründe für die zahlreichen Besucher, am Binnenhafen und in der Innenstadt einen schönen Tag zu verleben.
Zufrieden mit dem Binnenhafenfest und dem verkaufsoffenen Sonntag zeigten sich daher auch die Organisatoren vom BrakeVerein. „Wir sind mit dem Zuspruch der Besucher sehr zufrieden“, sagte etwa Ingrid Hayen, Geschäftsleiterin des Vereins.
„Zeugen aus einer fast vergangener Zeit“
Festival Sieben Shantychöre begeistern am Sonntag mit maritimem Musikprogramm
2. August 2010, Nordwest-Zeitung, Robert Mitschke
Sieben Chöre stimmten am Sonntag Shanties aller Art an. Alle Gesangsgruppen überzeugten mit eigenem Stil und Repertoire.
BRAKE - „Als ich hier heute ins Zelt kam, war ich sofort überzeugt davon, dass es ein tolles Festival wird“. Dieses von Hans Rodax, dem Präsidenten der mittlerweile mehr als 400 Chöre umfassenden International Shanty and Seasong Association (ISSA), in seinem Grußwort quasi als Vorschusslorbeere verteilte Kompliment an die Organisatoren des ISSA-Shanty-Festivals sollte sich bewahrheiten.
Denn die Organisatoren mit Ute Kikker und Ingrid Hayen vom BrakeVerein auf der einen, fleißigen Helfern des gastgebenden Shantychors Bootsmannkaffee auf der anderen Seite hatten mit dem Binnenhafenfest und dem prächtig geschmückten Festzelt den passenden Rahmen geschaffen, in dem sich die sieben Shantychöre aus Deutschland und den Niederlanden perfekt präsentierten.
Nach einem gemeinsamen maritimen Gottesdienst mit dem Elsflether Diakon Bruno Korbmacher startete um 11 Uhr das fast sechsstündige Festival der Chöre. Wer nun glaubt, dass so viel Shantymusik auf Dauer eintönig wird, hat weit gefehlt. Nicht nur, dass die Shantychöre Bootsmannkaffee Brake, „Admiral von Hipper“ aus Kreiensen, aus Schiffdorf-Spaden, Maritiem Winschoten, der Visurgen-Shantychor Elsfleth sowie die Musiker aus Nordenham und Oldenburg ein unterschiedliches Repertoire haben. „Die Chöre haben auch alle einen komplett unterschiedlichen Stil, einen anderen Sound“, schwärmt Klaus Manzau, Chorleiter beim Bootsmannkaffee.
Der Chor Schiffdorf-Spaden gab unter anderem das Lied „Windjammer“ zum Besten, aus welchem folgende Textzeile stammt, die zwar eigentlich den majestätischen Großseglern gilt, aber auch wunderbar die Shantymusik beschreibt: „Zeugen aus einer Zeit, die schon fast Vergangenheit“. Diese Zeugen fast vergangener Tage, seinerzeit angestimmt, wenn die Schiffsmannschaft an Deck zu Arbeiten hatte, lebten am Sonntag wieder in voller Pracht auf.
„Nordseewellen“ erklingen aus 210 Kehlen
2. August 2010, Kreiszeitung Wesermarsch
Brake. Freunde von Shanty’s und Seemannsliedern kamen gestern ganztägig voll auf ihre Kosten: Sieben Shantychöre brachten ihr Können vor einem stets voll besetzten Festzelt zu Gehör. Den Höhepunkt bildete der gemeinsame Auftritt aller Aktiven.
Unter dem Titel „ISSA-Shanty-Festival 2010 Brake“ war das Ereignis ein Bestandteil des Binnenhafenfestes. International Shanty and Seasong Association – dieser etwas sperrige Begriff versteckt sich hinter ISSA. Es ist eine internationale Gemeinschaft von Chören und Gruppen, die sich der Pflege des Shantygesanges widmet. Ausrichter war in diesem Jahr der Braker Chor Bootsmannkaffee. Chorleiter Klaus Manzau konnte weitere sechs Chöre begrüßen: „Maritim Winschoten“ aus den Niederlanden hatte wohl die weiteste Anreise. Aus Kreiensen im Harz war „Admiral von Hipper“ angereist. Die Chöre aus Elsfleth, Nordenham, Oldenburg und Schiffdorf-Spaden hatten es da nicht ganz so weit.
Nach einem Zeltgottesdienst machten die Gastgeber den Anfang und brachten das Publikum gleich richtig in Stimmung. „Endlos sind jene Meere“ und „Kari waits for me“ gingen den Gästen gleich richtig ins Ohr. Fast alle Titel waren bereits bekannt, und so wurde vielfach mitgeklatscht und geschunkelt. Die Überleitungen zu den verschiedenen Auftritten hatte Klaus Manzau übernommen. Spannend wurde es, als die niederländischen Nachbarn auftraten, aber auch deren Lieder wirkten vertraut, besonders „Die Windjammer kommen“.
Viele Shantys werden durch einen Vorsänger vorgetragen, der Chor bildet den Refrain, so unter anderem bei „Rolling Home“ der Visurgen aus Elsfleth oder beim „Hamburger Veermaster“, der vom Schiffdorf-Spadener Chor vorgetragen wurde.
Die meisten Texte wurden mit original englischem Text gesungen. Oft handeln die Texte von Arbeit, Eintönigkeit und Einsamkeit sowie der Sehnsucht nach der Liebsten. Die vielbeschworene Seefahrerromantik blieb dabei oft auf der Strecke. Hoffnung machte dann eher das Lied „Und dann geht es mit Volldampf nach Hause“, und auch das relativ neue „Gorch-Fock-Lied“, erdacht und vertont durch den einstigen Kapitän des Segelschulschiffes Hans Freiherr von Stackelberg.
Jürgen Schenk von Bootsmannkaffee verkündete, dass die Tombola zugunsten der DLRG sowie der Organisation „Arche in Not“ restlos ausverkauft war. Es konnten jeweils 500 Euro zur Verfügung gestellt werden
Das Ende des Festivals bildete zunächst ein Auftritt von „Maritim Winschoten“ und den Braker Gastgebern, bevor dann alle Chöre gemeinsam sangen. „Rolling Home“ und die „Nordseewellen“ aus 210 Kehlen waren ein absolut stimmungsvoller Abschluss, der mit langanhaltendem Applaus belohnt wurde. (pl)
Sieben Shantychöre begeistern beim ISSA-Festival – Krönender Abschluss ist das gemeinsame Konzert
Ein rundum perfekter Tag zum Bummeln
2. August 2010, Kreiszeitung Wesermarsch
Brake. Selten passte so gut alles zusammen wie beim verkaufsoffenen Sonntag gestern. Darin waren sich Besucher und Gewerbetreibende einig: Wetter, Konzept und ein tolles Rahmenprogramm mit dem Binnenhafenfest lockten tausende Besucher und Gäste in die Innenstadt, die sich offen und mit einem großen Angebot für Kinder und Erwachsene präsentierte.
Während die Bimmelbahn Seemanns-Express müde Fußgänger durch die Fußgängerzone kutschierte, der Stadtbus die Bürger auch zur Weserstraße und den dort geöffneten Geschäften fuhr, spazierten andere durch die geöffneten Geschäfte in der Innenstadt und ließen sich von den warmen, sommerlichen Temperaturen zum Kauf animieren.
Auch zahlreiche Stände in der Breiten Straße lockten die Sonntagsbummler an. Gerade für die Kleinen, die sich sonst im Einkaufsgewühl etwas langweilen, wurde viel geboten.
Kurzer Weg zum Binnenhafen
Pirat Frank zauberte in der Innenstadt jede Menge Luftballonfiguren und -schwerter. Immer wieder bildeten sich riesige Trauben von Zuschauern um den Piraten, der geduldig ein Tier nach dem anderen aus den langen Luftballonschlangen fertigte. Beim Stand von Jekami konnten die Kinder ihr Geschick beim heißen Draht oder dem Tischkegeln unter Beweis stellen. Beim Kriseninterventionsteam Wesermarsch lockten zauberhafte Gesichtsbemalungen sowie Preise beim Glücksrad drehen. Kurz war der Weg zwischen Fußgängerzone und Binnenhafen, so dass viele Besucher des Binnenhafenfestes auch durch die Fußgängerzone bummelten. (see)
Verkaufsoffener Sonntag eine passende Ergänzung zum Binnenhafenfest – Angebote für Groß und Klein
Ray Wilson lässt die Haare fliegen
2. August 2010, Kreiszeitung Wesermarsch
BRAKE. Peter Gabriel, Phil Collins und Ray Wilson – allein die drei Namen sind Musik in vielen Ohren. Sie sind die „Voices of Genesis“. Eine der Stimmen dieser weltbekannten Rockband, die vom letzten Front-mann Ray Wilson, entzückte Freitagabend unter freiem Himmel am Braker Binnenhafenfest weit mehr als Tausend Zuhörer. Von Dieter Haver
Ein Schiff wird kommen, hatten die Veranstalter von Brake Events dem Sänger versprochen. Bei seinem ersten Auftritt in Brake 2006 hatte er von der Weser und den Schiffen nur so geschwärmt. Freitagabend hatten sie ihm gleich mehrere an die Pier gelegt. Fünf Traditionsschiffe werteten den Musik-Event optisch auf. Und es war ein schönes Bild, nicht nur für die elf Akteure auf der Bühne.
Die Fans erlebten den Genesis-Kult diesmal etwas anders. Es gab nicht nur Bombast-Rock, wie man ihn sonst vom weltbekannten Pop-Quartett aus den 80er und 90er Jahren kennt. „Pop meets Symphonie“ stand im Programmheft.
Damit touren Ray Wilson & The Berlin Symphonie Ensemble 2010 durch Deutschland und Europa. Violinen und Cello veredeln den harten Sound der vielen Nummer-Eins-Alben, die Genesis in seiner BlĂĽtezeit abgeliefert haben. 150 Millionen sind ĂĽber den Ladentisch gegangen.
Rund 70 Mal tritt der Schotte Wilson, von 1997 bis 1999 Sänger der legendären Popgruppe, bei seiner diesjährigen Tournee auf – vor allen Dingen in seiner neuen Wahlheimat Polen und in Deutschland. Hier hat der schottische Sänger mit der dominanten Stimme eine große Fangemeinde.
Und hier legt er die alten Genesis-Scheiben in neuem Gewand wieder auf. So auch Freitagabend. Beim Hafenfest gab’s echte Streichel-Einheiten – die vom Cello und den drei Violinen in seiner elfköpfigen Formation.
Azorenhoch im Gepäck
Welthits wie „Follow you, follow me“, „No son of mine“, „Jesus he knows me“ begeisterten das Braker Publikum. Besonders im zweiten Programmteil, als es richtig dunkel geworden war und ein wahres Feuerwerk von Bühnenbeleuchtung und Nebelwerfern den Nachthimmel durchzuckte, gab es Gänsehaut. Der Sänger kam direkt von einem Auftritt auf den Azoren nach Brake. Das sprichwörtliche Azorenhoch hatte er zwar nicht im Handgepäck mitgebracht. Aber das launische Wetter der letzten Tage blieb wenigstens gut beim Open Air.
Schaut man in Ray Wilsons Tourkalender , sieht man jedes Wochenende einen BĂĽhnentermin, oft auch zwei. Immer kreuz und quer durch Europa. Normalerweise geht das auf die Knochen. Aber MĂĽdigkeit war in seiner Performance beim Hafenfest ganz und gar nicht auszumachen. Die Haare flogen, er wirbelte nur so ĂĽber die BĂĽhne.
Mit seiner rauen, kräftigen Stimme fabrizierte er nicht alten Dampfwalzenrock, er sang die Streicher nicht in Grund und Boden. Das Ergebnis: Perfekte Symphonie in einer besonderen Rocknacht vor maritimer Kulisse.
Mit wehender Mähne
„Genesis – das war doch meine Zeit“, sagte Karin Grünewald aus dem Odenwald. Sie war mit ihrem Mann zu einem Kurztrip nach Brake gekommen. „Und das hier mit den Schiffen und der Stimmung, das hat schon was.“ Was sie aussprach, dachten viele. Die Veranstalter von Brake Events zeigten sich denn auch schon in der Pause zufrieden. 1200 Karten seien im Umlauf. Und der vielen Sponsoren wegen hätte der Eintritt (18,50 Euro) niedrig gehalten werden können, verkündeten Thomas Bäker und Norbert Ostendorf: „Gäbe es die vielen Helfer nicht, hätte das Ticket 30 Euro kosten müssen.“
Frenetisch forderten die Wilson-Fans zum Schluss – es war inzwischen weit nach elf Uhr – die letzte Zugabe. Diesmal aus seiner ganz frühen Zeit als „Stiltkin“-Sänger in Schottland. „Inside, Inside“ skandierten sie. Bis er ihnen auch diesen Gefallen tat, mit wehender Mähne auch jenen Titel intonierte und vom zentimeterdicken Staub der Musikgeschichte befreite.
Ungeahnte Aus- und Einblicke
2. August 2010, Kreiszeitung Wesermarsch
Brake. Wolfgang Giel nimmt sich mit Hund Rocco eine kurze Auszeit und ruht sich ein wenig auf der „Christine” aus. Kein Wunder, denn dieses Wochenende ist anstrengend. Das 2. Braker Binnenhafenfest und das Treffen der Deutschen Traditions- Motorboot-Vereinigung (DTMV) ist der Grund, warum Wolfgang und seine Frau Christine in Brake vor Anker gegangen sind. Sein Schiff, die „Christine“, ist ein Puzzleteil in der tollen Kulisse zum Binnenhafenfest.
„Wir treffen uns immer dort, wo was los ist”, sagt Wolfgang Giel, der Mitglied in der Deutschen Traditions- und Motorboot-Vereinigung ist. Mit seiner Ehefrau bewohnt er die „Christine“ – einen Katwijker, Baujahr um 1910 – in den Niederlanden. Das Ehepaar hat an Bord rund 80 Quadratmeter Platz, die gut genutzt sind. Eine Küche, ein Schlafzimmer, ein Badezimmer, ein Salon und ein Gästezimmer mit vier Kojen stehen neben Werkstatt und Maschinenraum zur Verfügung. Das Leben an Bord ist bequem.
Herzlich in Brake empfangen
„Wir wissen nie, wie wir an neuen Orten empfangen werden”, sagt Wolfgang Giel. Der 62-jährige ehemalige Wasserschutzpolizist freut sich über den herzlichen Empfang, der ihm in Brake geboten wurde. „Ganz toll. Wir Schiffer sind von Ingrid Hayen und ihrem Team herzlich begrüßt und familiär aufgenommen worden.” Mit 18 weiteren Schiffseignern ging die DTMV im Binnenhafen vor Anker. Gleich am Freitagabend, nachdem die Stromversorgung gelegt war und sich der Hafenwart um alles gekümmert hatte, gingen die Schiffer gemeinsam zum Konzert von Ray Wilson. „Das war wirklich super”, meint Giel, der ursprünglich aus Hessen stammt. Mit seiner Ehefrau hat er sich seinen Traum vom Leben auf dem Wasser erfüllt, indem er das Schiff nach der politischen Wende 1990 von der Treuhand erworben und rund zehn Jahre lang umgebaut hat. Haus und alles überflüssige Inventar wurde verkauft und seit 2003 lebt das Ehepaar nun an Bord. Immer mit dabei: Hund Rocco.
Am Sonnabend waren die Binnenschiffer selbstverständlich bei der Eröffnung des 2. Braker Binnenhafenfestes im Festzelt dabei. Einige von ihnen kosteten den leckeren Labskaus. Ein Schifferpaar aus Bad Kreuznach ließ sich beim Mittagessen mit Brakern zu einem Besuch des Schifffahrtsmuseums animieren. Unterdessen schlossen andere Schiffer Freundschaft mit Mitgliedern der Braker Shantychöre und genossen das maritime Flair des Binnenhafenfestes. Zahlreiche Besucher bummelten durch die Budenstadt, die auch für Kinder ein abwechslungsreiches Programm bot.
Heiner und eine Partyband
Ein Flohmarkt vor dem Arbeitslosenzentrum lockte zum Stöbern und Feilschen, am Stand des Schiffsmodellclubs Nordenham herrschte reger Andrang und mit einer Gondel konnte das Festgelände aus 40 Metern Höhe betrachtet werden. Am Nachmittag sorgte Heiner, der Rockmusiker für Kinder, mit seinen Ohrwürmern für Kleine für viel Spaß im Festzelt. Für die Großen hieß es am Samstagabend: Party machen. Musikalisch hatte die Band Sunset-Four das Sagen. Mit markigen Sprüchen und Guter-Laune-Musik zogen sie das Publikum auf die Tanzfläche. Besonders viel Spaß hatten dabei auch ein künftiges Ehepaar aus Elsfleth, die in witziger Verkleidung mit ihrem Gefolge die Tanzfläche stürmte.
Als Showeinlage waren die Golzwarder Butcher angekĂĽndigt, die jedoch absagen mussten. Kurzfristig sprangen die Golzwarder KlappstĂĽhle ein und brachten das Publikum mit ihren humoristischen und artistischen Einlagen zum Lachen.
Auch am Sonntag zeigte sich Brake mit dem Binnenhafenfest von seiner besten Seite. Es gab Lob von allen Seiten für ein gelungenes Fest. Gerade die Kinder kamen voll auf ihre Kosten. Neben Kletterleuchtturm und Bungee-Jumping sorgte die acht Meter hohe Kletterwand für lange Schlangen. An kulinarischen Genüssen lockten Labskaus, Fischbrötchen und vieles mehr. Viele Schiffe konnten die Besucher auch betreten. Und so manch einer staunte nicht schlecht, wie viel Platz die Schiffer unter der Wasserlinie haben. (see)
